Was ist der Achtgliedrige Pfad?

Im Yogasutra steht der Achtgliedrige Pfad beschrieben. Doch nicht nur Yogis, auch Buddhisten beschäftigen sich mit ihm.

Worum geht es?

Der Achtgliedrige Pfad, auch als Achtgliedriger Weg bezeichnet, zeigt dir einen Weg auf, über den du zu innerer Freiheit gelangen kannst. Für Buddhisten bedeutet dieser Weg auch, so rein wie möglich zu leben, um den ewigen Kreis der Wiedergeburten zu durchbrechen.

Unterteilt wird der Achtgliedrige Pfad im yogischen Sinne in:

  • Yama (Moral)
  • Niyama (Selbstdisziplin)
  • Asana (Körperübungen)
  • Pranayama (Atemübungen)
  • Pratyahara (Sinnesbeherrschung)
  • Dharana (Konzentration)
  • Dhyana (Meditation)
  • Samadhi (Versenkung)

Im Buddhismus versteht man unter dem Achtgliedrigen Pfad (auch Edler Achtfacher Pfad genannt):

  • Rechte Anschauung (Objektive Betrachtung: Wie sind die Dinge wirklich?)
  • Rechte Absicht (Bewusste Entscheidung und Mitgefühl)
  • Rechtes Reden (Andere nicht durch unsere Worte verletzen)
  • Rechtes Handeln (Achtsamkeit im Tun, niemandem schaden)
  • Rechte Lebensweise (Schade niemandem, tu anderes Gutes)
  • Rechte Anstrengung (Alle Aufgaben mit Hingabe und Pflichtbewusstsein erfüllen)
  • Rechte Achtsamkeit (Im Moment sein, Gedanken lenken, statt dich ihnen zu ergeben)
  • Rechtes Sich-Versenken (Meditation und Klarheit im Denken)

Ob nun im yogischen oder im buddhistischen Sinne:

Beide Pfade können nicht einfach wie eine Treppe hinaufgegangen werden. Das Leben hält immer wieder neue Herausforderungen für uns bereit, sodass beide Wege nicht irgendwann erfüllt sein werden.

Ein Yogi beginnt meist mit Körperübungen (Asanas) und nähert sich später der tieferen Yogaphilosophie. Es ist auch nicht sicher, ob er jemals Samadhi erreichen wird. Wichtig ist, das Leben nach dem Achtgliedrigen Pfad zu leben und die richtigen Entscheidungen in jeder individuellen Situation zu treffen.

  • Es wäre leichter, die unhöfliche Nachbarin nicht mehr zu grüßen. Aber weshalb sollte ich das tun? Wie sie mir begegnet hat nichts mit mir zu tun, sondern mit ihrer Lebenswelt.
  • Es wäre bequemer, die Wäsche einfach in den Wäschekorb zu werfen und sie morgen wegzuräumen. Ich kann die Aufgabe aber auch sofort und mit Achtsamkeit erledigen. Dann ist mein Kopf morgen frei und mein Kalender auch.
  • Es ist Gewinn bringend, wenn ich abgelegte Sachen verkaufe. Es ist aber moralisch gewinnbringender, sie zu verschenken oder zu spenden.

Der Achtgliedrige Pfad begegnet dir überall. Das macht es einerseits so leicht, sich an ihm zu orientieren, andererseits aber auch so schwer, ihn immer zu befolgen.

 

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