Wozu brauche ich Gurte und Blöcke beim Yoga?

Der Yoga-Anfänger schiebt ihn meist verächtlich zu Seite: den Yoga-Block.

Irgendwie will man den nicht brauchen. „Ja, es ist doof, wenn die Arme nicht bis zum Boden reichen, aber dann muss ich mir eben mehr Mühe geben!“, scheint sich so mancher Yoganeuling zu denken.

Manchmal auch der geübtere Yogi.

Irgendwie ist es ja auch verständlich: Man möchte nicht zugeben, dass die Arme zu kurz oder der Rücken zu krumm sind. Und schließlich möchte man sich ja auch etwas fordern. Warum also zum Block greifen?

Der Block ist dein Freund. So einfach ist das.

Beim Yoga geht es nicht ausschließlich darum, seinen Körper auf Vordermann zu bringen. Es geht auch darum, sich auf sich selbst zu konzentrieren und eine Asana (Körperübung) korrekt auszuführen. Dazu muss man sich manchmal eingestehen, dass man etwas nicht so kann, wie man es gern können möchte.

Aber wie komme ich dahin, dass es sich leichter anfühlt und schöner aussieht als bisher?

Nicht mit Gewalt.

Zwingst du dich in Asanas hinein, wirst du vielleicht bald keine Lust mehr auf Yoga haben oder im schlimmsten Fall verletzt du dich. Vielleicht ist der „schlimmste Fall“ aber auch, dass du die Bedürfnisse deines Körpers überhörst.

Ich empfand die sitzende Vorbeuge lange Zeit als sehr unangenehm, fühlte mich, als würde ich irgendwo im Nichts hängen. Es war weder ein Sitzen, noch ein richtiges Vorlehnen, alles tat weh, also fand ich diese Asana doof. Punkt.

Warum ich keinen Gurt benutzt habe? Hat es mir die Yogalehrerin nicht angeboten? Gab es im Studio keine Gurte?

Alles lag direkt vor meiner Nase. Auch mein Ego. Ich hing lieber im Nichts, als einen Yogagurt zu benutzen. Das machen „richtige“ Yogis nämlich auch nicht so. Hatte ich auf Instagram gesehen.

Da wusste ich noch nicht:

Gurte und Blöcke sind deine Freunde. Wie willst du den Weg in eine Asana finden, wenn du lieber im Nichts verharrst, als dir die Hilfestellung zu geben, die du benötigst?

Irgendwann wirst du vielleicht den zunächst hochkant aufgestellten Block auf die Seite kippen und dich darauf abstützen. Ein paar Monate später legst du ihn flach auf den Boden und dann kannst du ihn vielleicht neben deiner Matte liegen lassen, damit du später wieder nach ihm greifen kannst, wenn du ihn benötigst.

Lass dich auf deinem Weg nicht beirren. Geh ihn langsam und mit Bedacht. Hol dir Hilfe wenn du sie brauchst. Sei mutig, deinen Weg bis zum Ende zu gehen.

Im Leben wie in der Asana.

 

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