Halbnackt auf Instagram - Selbstdarstellung als Werbemittel

Selbstdarstellung als Werbemittel

Wer auf Instagram & Co. aktiv ist, kennt sie:

Biegsame Yogis; beinahe schon Artisten. Allesamt schlank, trainiert und oftmals: halbnackt.

Ist das dein Yoga?

Offenbar ist es das, was wir sehen wollen, sonst wären nicht gerade die Accounts so erfolgreich, die

  • Frauen in Yogaposen zeigen,
  • schlanke Frauen in Yogaposen zeigen,
  • leicht bekleidete schlanke Frauen in Yogaposen zeigen und
  • zu guter Letzt das Ganze in Yogaposen, in die die meisten Menschen niemals hineinfinden können werden.

Jeder Mensch sollte so leben, wie es für ihn richtig und gut ist. Das gilt für Instayogis, die auf der Jagd nach Followern und Likes sind ebenso wie für die außergewöhnliche Fitness-Mom, die neben der fünffachen Kindererziehung noch Zeit findet, sich dem Stählen ihres Körpers inklusive Onlinepräsentation zu widmen.

Das gilt aber auch für alle, die geschafft nach der Arbeit auf die Couch plumpsen und sich einmal wöchentlich ins Yogastudio motivieren.

Was machen all die Bilder der Fitness-Moms und Extrem-Rückbeugen-Yogis aber mit dem Yogi von nebenan?

Im besten Fall sind wir uns bewusst, dass

  • auf Bildern geschummelt wird,
  • dieses eine perfekte Foto eines von 50 geschossenen ist,
  • der Yogi ein Model ist,
  • der Yogi kein Yogi, sondern ein Tänzer/Artist/Ausnahmetalent ist.

Im anderen Fall jedoch

  • beneiden wir die anderen um deren Können und Aussehen;
  • ärgern wir uns über unsere eigene Unzulänglichkeit,
  • bemerken wir nur den oberflächlichen Schein, nicht aber, dass hinter dem Bild nicht mehr Aussage steckt als: „Schaut her, ich kann den Handstand! Nackt!“

Einmal abgesehen von der Frage, ob das dein Yoga ist; ist das überhaupt noch Yoga?

Yoga ist so viel mehr, als sich selbst in einer visuell ansprechenden Pose zu präsentieren.

Es beinhaltet so unendlich viel mehr, als wöchentlich ein Zitat, vornehmlich indischen Ursprungs, zu posten.

Es gibt sie, die Accounts, hinter deren Bildern sich interessante Geschichten und Motivationen verstecken!

Nur sind sie, wie alles Gute im Leben, nicht auf den ersten Blick sichtbar.

Für gute Dinge muss man nicht werben. Man muss sie nicht in den Vordergrund rücken, um sie für andere attraktiv zu machen. Wer würde für einen erholsamen Spaziergang im sanft rauschenden Laubwald werben? Ach, halt, die Tourismusindustrie! Noch schnell einen leicht bekleideten Yogi ins Herbstlaub rücken, um Idylle und Ruhe zu symbolisieren…

Liebe Yogis, seid unvollkommen!

Seid euch selbst Herzstück, Thema, Gegenstand und Substanz eures Denkens und Handelns.  ❤

 

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