Was meint „Aparigraha“?

Aparigraha ist einer der ethischen Grundsätze, die im Yogasutra erwähnt werden. Als ein Bestandteil der Yama ist Aparigraha einer von fünf Wegweisern, die eine Empfehlung zum Umgang mit anderen sind.

In diesem Grundsatz geht es, ähnlich wie bereits auch unter Asteya beschrieben auch darum, sich freizumachen von Dingen. Genauer gesagt darum

  • keine Dinge zu horten
  • und unbestechlich zu sein.

Hast du manchmal das Gefühl, dein Leben ist so vollgestopft, dass dir kaum Luft zum Atmen bleibt?

Und kennst du das befriedigende Gefühl das du hast, wenn du deine Wohnung komplett um- und aufgeräumt hast? Durch so eine Aufräumaktion schaffen wir innere Ordnung, indem wir äußerlich Ordnung schaffen. Wie es wohl wäre, wenn wir diese äußere Ordnung nicht erst schaffen müssten?

Fakt ist: wir besitzen einen riesigen Haufen an Zeug. Angenommen, deine Wohnung ist ein Abbild deines Innenlebens. Sieh dich in deinem Zuhause um. Was sagt deine Wohnung aus dieser Sichtweise heraus über dich aus? Wie viel Ballast schleppst du nicht nur bei jedem Umzug, sondern täglich mit dir herum? Und was davon benötigst du wirklich zum Leben?

Wenn wir zum Camping fahren, passt unser ganzes Leben in einen Rucksack. Aparigraha ermutigt dich, auch abseits des Urlaubs nur mit einem Rucksack beladen unterwegs zu sein. „Jede*r hat sein Päckchen zu tragen.„; versuche deines so klein wie möglich zu halten, dann läuft es sich leichtfüßiger durch das Leben.

Der zweite Aspekt von Aparigraha ist die Unbestechlicheit.

Wer sich mit Star Trek auskennt weiß: das Raumschiff Voyager hat einen Moraloffizier an Bord. 😉

So einen Moraloffizier sollten wir alle in uns tragen, wenn es darum geht nur das anzunehmen, was uns tatsächlich zusteht.

Ein Geschenk anzunehmen, das von Herzen kommt oder eine Spende, mit der wir anderen etwas Gutes tun können, dieses Entgegennehmen zählt hier nicht darunter. Sondern vielmehr solche Präsente, aus deren Entgegennehmen uns ein Vorteil erwächst. Das sogenannte „Vitamin B“ zum Beispiel oder „eine Hand wäscht die andere“.

Vielleicht fallen uns sofort Spendenaffären oder Steuerverwicklungen bekannter Persönlichkeiten ein; wir müssen jedoch gar nicht so groß denken. Die Bestechlichkeit lauert vor der eigenen Haustür.

Bestechlichkeit wäre beispielsweise, einen Bekannten nur deshalb zur Geburtstagsfeier einzuladen, weil er uns auch eingeladen hat und das, obwohl wir ihn gar nicht so recht mögen. Freundschaft und Sympathie kann man nicht kaufen und ein Geschenk sollte niemals dazu dienen, eine Verbindlichkeit einzugehen.

Als Yogi sollte man seinen Moraloffizier einschalten können, der einen sicher um die vielen Fettnäpfchen herumführt, die in der unendlichen Vielfalt unseres Lebens auf uns warten.

❤ Namasté.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s