Yoga mit dem Yoga-Wheel

Es gibt allerhand nützliche und auch sinnfreie Artikel rund um Yoga, die man käuflich erwerben kann.

Manchmal bin ich mir wirklich nicht sicher, ob sich ein Yogakurs oder ein Artikel wirklich auf  Yoga bezieht oder ob es vielmehr darum geht, den Yogi zum Konsum zu verlocken.

Das Yoga-Wheel habe ich lange Zeit kritisch aus der Ferne beäugt, habe viele Bilder enorm biegsamer Menschen auf Instagram angesehen und manchmal nicht schlecht gestaunt, wenn ein Yogi im Baum auf dem Yoga-Wheel stand.

Es wurde auf jeden Fall Zeit, dass ich mich praktisch mit dem Yoga-Wheel auseinandersetze und meldete mich deshalb in Leipzig zu einem Workshop an. Weil mir wichtig war, nicht einfach herumzuexperimentieren, sondern mir zeigen zu lassen, wie ich das Wheel sinnvoll nutzen und vielleicht in meine Yogapraxis einfließen lassen könnte.

Das Yoga-Wheel ist wirklich vielseitig einsetzbar, auf viele Dinge wäre ich von allein gar nicht gekommen. Am besten geeignet und ursprünglich dafür entwickelt, ist es für Rückbeugen.

  • Anfänger können sich sanft und Kräfte sparend an Rückbeugen heranwagen, ganz besonders geeignet ist es auch, wenn man etwas Angst davor hat, sich, scheinbar ohne Halt, nach hinten zu beugen.
  • Ganz nebenbei wird die Muskulatur des Rückens gelockert. Ihr kennt das vielleicht von einer Faszienrolle; erst schmerzt es ein wenig, aber wenn der Muskel dann gelockert ist, fühlt es sich ganz wunderbar an!
  • Was mir im Vorfeld zum Workshop gar nicht bewusst gewesen ist, war die Tatsache, dass man das Yoga-Wheel zum Kraftaufbau nutzen kann. Beispielsweise im Seitstütz bekommt die Asana, je nachdem, an welcher Stelle des Körpers man das Wheel platziert, einen ganz anderen Schwierigkeitsgrad. Von unterstützend bis sehr herausfordernd.
  • Wenn du Probleme hast, in Umkehrhaltungen stabil zu stehen oder in diese erst einmal hineinzufinden, kann dir das Yoga-Wheel eine Hilfe sein. Während des Workshops haben wir allerdings festgestellt, dass dies wirklich Geschmackssache ist. Hier hilft nur (unter Anleitung): das individuelle Ausprobieren.

Bei all den vielfältigen Möglichkeiten, das Yoga-Wheel zu nutzen, sehe ich allerdings auch Gefahren.

  • Ist ein Yoga-Neuling noch nicht in der Lage, in eine Rückbeuge zu finden, dann ist sein Körper (oder sein Mut) vielleicht noch nicht bereit dazu. Dann sollte mit dem Yoga-Wheel sehr achtsam geübt werden. Beziehungsweise sollte, wie immer im Yoga, mit dem eigenen Körper sehr achtsam umgegangen werden.
  • Die zweite Gefahr sind in meinen Augen gleich zwei Dinge, besonders in Kombination: fehlende Balance und mangelnde Konzentration. Das Yoga-Wheel kann ungeheuer schnell umkippen. Man muss sich in einigen Asanas enorm konzentrieren, um das Gleichgewicht zu halten. Wenn das Wheel kippt, landet möglicherweise das Körperteil, mit dem besonders viel Kraft auf das Yoga-Wheel ausgeübt wurde, unsanft auf der Matte. Das Verletzungsrisiko ist für Ungeübte und Abenteuerlustige recht hoch.

Mein Fazit des Workshops ist, dass man sich enormen Muskelkater einhandeln kann 🙂 Und zwar weil es wirklich Freude bereitet, mit dem Yoga-Wheel zu arbeiten und ich richtig Lust hatte, verschiedene Sachen auszuprobieren. Allerdings sehe ich auch die Gefahren und habe Angst um eventuell unsanft landende Zehen.

Ein Yoga-Wheel anschaffen werde ich mir nicht, aber da es mich in einigen Rückbeugen überraschenderweise etwas weiter in die jeweilige Asana hineingebracht hat, nehme ich die Erfahrung mit, dass ich mich manchmal etwas mehr trauen kann.

Und das gilt vielleicht nicht nur für Rückbeugen 😉

 

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