Was meint „Ishvarapranidhana“?

Im Yogasutra werden Yogis erstrebenswerte Verhaltensregeln aufgezeigt. Unter anderem zählt Ishvarapranidhana dazu. Es ist ein Bestandteil der Niyama und bedeutet aus dem Sanskrit übersetzt so viel wie „Gottvertrauen“.

Ganz gleich, ob du an einen Gott, an höhere Mächte, an die Unterstützung durch Engel glaubst oder auf die Evolutionstheorie schwörst: Lass dich nicht vom Wort „Gottvertrauen“ irritieren.

Ishvarapranidhana besagt nämlich schlicht, dass du deine Ängste und Zweifel versuchen sollst, abzulegen und darauf zu vertrauen, dass sich alles zu deinen Gunsten fügen wird.

Oft machen wir uns innerlich verrückt, indem wir in einer Gedankenspirale darüber nachdenken, ob uns eine Sache gelingen wird oder nicht und bemerken dabei nicht, dass wir unnötig Energie in Gedanken stecken, die das Ereignis an sich nicht beeinflussen werden.

Damit rauben wir uns selbst Energie, die wir eigentlich viel besser in das Erreichen unserer Ziele stecken könnten.

Ishvarapranidhana besagt auch, dass du in allem was du tust, dein Bestes geben sollst. Wenn du dies getan hast, weißt du, dass dein Wirken an dieser Stelle beendet sein darf. Alles, was folgen wird, kannst du nicht mehr beeinflussen. Es liegt nun im Lauf der Zeit, im Lauf der Dinge, in den Reaktionen anderer Menschen, im Zufall oder in der göttlichen Fügung, was geschehen wird.

  • Wenn du nach einem Rendevouz aufgeregt bist, weil du nicht weißt, ob sich der Andere melden wird, versuche dich zu beruhigen, indem du dir sagst: Ich habe mein Bestes gegeben, indem ich ganz ich selbst war. Was zu mir gehört, wird in mein Leben kommen.
  • Wartest du auf ein Prüfungsergebnis, sei dir sicher, dass du im Vorfeld alles dafür getan hast, gut vorbereitet zu sein. Spare dir jedwede innere Unruhe. Du kannst das Ergebnis nicht mehr beeinflussen, wenn du die Situation verlassen hast.
  • Wenn du in der Yogapraxis eine Asana unbedingt beherrschen möchtest, geh mit Verstand und Fleiß an die Asana heran, übe kontinuierlich unter Berücksichtigung deiner individuellen körperlichen Begrenztheit. Vertraue darauf, dass du eines Tages den Mut oder die Kraft aufbringen wirst, in die Asana zu finden, aber zwinge dich in nichts hinein. Vertraue hier auf dich selbst und lass allen ungesunden Ehrgeiz los.

Du bist in diesem Moment genau dort richtig, wo du dich gerade befindest.

Nur hier kannst du etwas bewirken.

Alles Weitere liegt nicht in deiner Macht.

Vertraue.

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