Was meint „Tapas“?

Tapas ist ein Bestandteil des Achtgliedrigen Pfades, genauer der Niyama. Sie werden im Yogasutra erwähnt und stellen gemeinsam mit den Yama die Grundlage für das Verhalten eines Yogis dar.

Während sich die Yama damit befassen, wie du dich deiner Umwelt gegenüber verhalten solltest, zeigen dir die Niyama den Umgang mit dir selbst auf.

Tapas bedeutet so viel wie „Hitze“ oder „Feuer“ und steht für Selbstdisziplin und Beherrschung sowie für Konzentration.

Tapas ist das innere Feuer, das uns immerzu antreibt, uns leistungsfähig und interessiert an der Welt macht. Aber es ist ebenso das Feuer, das uns verbrennen kann, wenn wir zu leidenschaftlich an eine Sache herangehen. Es gilt, ein gesundes Mittelmaß zu finden.

  • Ist dein inneres Feuer eher schwach ausgeprägt, wirst du vielleicht ein inniges Verhältnis zu deinem inneren Schweinehund haben 😉 oder gern einmal Dinge vor dir herschieben.
  • Ist dein inneres Feuer zu lodernd, kennst du vielleicht das Gefühl, dich in einer Asana nicht nur zu fordern oder herauszufordern, sondern dich sogar zu überfordern, was dir schlimmstenfalls eine Verletzung einbringt.

Idealerweise findest du die Mitte zwischen beiden Punkten. Dies könnte dir mit einer regelmäßigen (täglichen) Übungspraxis gelingen, in die du nicht nur Asanas (Körperübungen), sondern auch Pranayama (Atemübungen) einbaust.

Beide helfen, im Körper Blockaden aufzulösen. Erinnere dich zum Beispiel an folgende Situationen:

  • Ein verspannter Nacken oder Kopfscherzen nach einem langen Arbeitstag sind durch die Yogapraxis plötzlich verschwunden,
  • ein tiefes und bewusstes Ausatmen beruhigt dich und lässt dich eine Situation klarer erfassen,
  • wenn du konzentriert (also beherrscht) bist, gelingen dir Asanas besser und das Verletzungsrisiko minimiert sich.

Tapas bedeutet auch, deinen Körper zu reinigen, indem du durch Körper- und Atemübungen ein inneres Feuer erzeugst.

Ähnlich wie beim Kochen von Wasser Bakterien und Keime abgetötet werden, kannst du durch eine regelmäßige Yogapraxis deinen Körper von innen heraus reinigen. Das funktioniert übrigens auch hervorragend auf psychischer Ebene!

Fühle vor deiner nächsten Yogapraxis in dich hinein: Wie fühlst du dich gerade, was beschäftigt dich? Und spüre nach der Praxis noch einmal nach: Was hat sich in dir verändert? Du wirst sicher eine Veränderung bemerken! Vielleicht bist du ruhiger geworden, was eine Situation  betrifft oder dein Ärger ist verraucht…

Erwarte keine Wunder, aber sieh in dich hinein und konzentriere dich immer nur auf eine Sache zu einer Zeit. Verliere deinen Fokus nicht aus den Augen und kümmere dich gut und gewissenhaft um dich.

Sei dir selbst ein dich leitendes Licht.

 

 

 

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