Erwartungen. Es ist immer dunkel, bevor es hell wird.

Ob in der neuen Liebe, vor der Aussprache mit der besten Freundin, vor einem Konzert oder vor dem Urlaub: Sie ist schon da, bevor wir sie greifen können. Die Erwartung.

In schillerndsten Farben malen wir uns kommende Begebenheiten aus. Wie wir vor Freude durch die Luft gewirbelt werden, wie man auf uns zukommt, um sich zu entschuldigen, wie uns der Sänger von der Bühne aus zuwinken wird, wie erholsam alles sein wird.

Und dann passiert Realität.

Sie donnert uns entgegen, drückt uns zu Boden und wir sind schrecklich enttäuscht.

Doof nur, dass die Realität gar nichts dafür kann. Genauso wenig, wie der Mensch, der uns gerade gegenübersteht.

Nachdem wir alles so schön bunt, friedlich und mit Überschwang betrachtet haben, kann die Realität nur noch dunkel erscheinen. Denn was wir tun, wenn wir unsere Gedankenkonstrukte bauen ist: etwas in andere Menschen zu projizieren.

Unsere Gedanken, Sehnsüchte und Wünsche.

Und wie könnte dem jemals ein Mensch gerecht werden?

Vielleicht ist es ein stückweit möglich, wenn wir um unsere Bedürfnisse wissen und Wünsche und Sehnsüchte klar nach außen formulieren. Aber letztlich sind nur wir selbst für die Erfüllung unserer Bedürfnisse verantwortlich.

Erwartungen führen zwangsläufig zu Enttäuschungen.

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit verlagern – von den Gedanken daran, wie etwas sein soll oder sein könnte dahin, wie es momentan ist und was wir tun können, um einen uns befriedigenden Zustand zu erreichen, haben wir selbst in der Hand, unsere Zukunft zu gestalten.

Wir machen uns damit unabhängig von den Reaktionen anderer.

Wir sollten viel häufiger versuchen, anderen nicht die Reaktionen auf unsere Handlungen gedanklich schon vorwegzunehmen. Dann bleibt es ungemein spannend, wie unser Gegenüber reagieren wird, wir lassen ihm alle Handlungsoptionen offen und erlauben uns, überrascht zu sein.

Überraschungsmomente widerstreben unserem Bedürfnis nach Sicherheit.

Wenn wir uns allerdings an dieser Stelle im Loslassen unserer Ängste versuchen, treten Entspannung und Vertrauen in unser Leben. Wem das schwerfällt, der sollte daran denken:

Es ist immer dunkel, bevor es hell wird.

 

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