Selbstliebe im Pullover.

Wie ist das mit dir und der Selbstliebe? Hast du dir schon einmal bewusst vorgenommen, dich selbst mehr zu lieben?

Hat es funktioniert?  Langfristig?

Wir gehen zum Yoga, ernähren uns gesund, versuchen so etwas wie eine Work-Life-Balance zu schaffen, uns Zeit für uns selbst einzuräumen, auch einmal „Nein“ zu sagen oder uns an einem Tag in der Woche ein „Date mit uns selbst“ in den Terminkalender zu schreiben.

·     Lieben wir uns durch diese Aktivitäten mehr?

·      Können sie Selbstliebe auslösen?

·   Bewirkt tatsächlich die Selbstliebe, dass wir uns emotional und körperlich so verhalten, dass es unserer Gesundheit und unserem Seelenzustand zuträglich ist?

Oder kümmern wir uns lediglich etwas besser um unseren Körper? Ich glaube, das Meiste, das wir „für uns“ tun, geschieht aus Gründen der Vernunft. Schließlich wissen wir, dass uns körperliche Aktivität gut tut und ein Apfel besser für uns ist als eine Tüte Chips. Und ist das denn nicht Selbstliebe, wenn wir uns um unser Wohlergehen kümmern?

Ich würde all die aufgezählten Aktivitäten eher als Selbstfürsorge bezeichnen. Vernunftbestimmt sorgen wir dafür, dass es uns gut geht. Wir sorgen für uns.

Selbstliebe hingegen, hat nichts mit Vernunft zu tun.

Ruediger Schache sagt in seinem Buch „Das Geheimnis des Herzmagneten“, dass eine Aufforderung wie “Liebe dich selbst“ unmöglich umzusetzen sei. Schließlich, so schreibt er, könne man ja auch nicht auf einen beliebigen Menschen zeigen und sagen: „Den liebst du jetzt!“. Wie sollte man also auf eine bloße Aufforderung hin sich selbst lieben können?

Wenn dann das vorgegebene Konzept der Selbstliebe nicht gelingt, obwohl es so viele Vorschläge gibt, wie dies umzusetzen sei (siehe Selbstfürsorge), dann kann dies dazu führen, dass wir unzufriedener sind als zuvor, denn es scheint uns nicht zu gelingen, all die gut gemeinten Ratschläge umzusetzen. „Was stimmt mit mir nicht!?“, scheinen wir dann zu denken.

Und das… ist das Gegenteil von Selbstliebe.

Was wir tun können, ist, uns selbst erst einmal wahrzunehmen. Und zwar fernab von:

o   Was habe ich schon alles geleistet?

o   Worin bin ich gut/schlecht?

o   Was mögen andere an mir, was nicht?

Verabschiede dich von allem Leistungsdenken und von Erwartungen, die andere in dich setzen oder die du selbst in dich setzt. Verabschiede dich davon, daran zu denken, wer du sein und was du darstellen willst.

Sieh dich – wie du bist und lass dich so sein – wie du bist!

Stell dir vor, dein Gegenüber beginnt an dir herumzukritisieren; warum du immer noch nicht den Job hast, den du längst wolltest, warum du nicht mehr regelmäßig zum Sport gehst, du hättest es ziemlich nötig… Was tust du? Ich hoffe, du machst auf dem Absatz kehrt und zeigst ihm deine schöne Rückseite!

Stell dir nun vor, DU kritisierst an dir herum; warum siehst du aus, wie du aussiehst, warum isst du so ungesund, warum hast du die Beförderung nicht bekommen… Habe ich dich erwischt? 😉

Mach auf dem Absatz kehrt! Und akzeptiere dich wie du bist.

Gestern habe ich einen Pullover gekauft, der unfassbar weich ist. Wenn ich ihn anhabe, fühlt er sich an wie eine liebevolle Umarmung.

Umarmungen sind etwas Wunderbares und wir können sie uns auch selbst geben.

Zum Beispiel, indem wir uns (in und durch unseren neuen Pullover) selbst lieben. Nicht durch Ansprüche, nicht durch Erwartungen, sondern durch bloßes Seinlassen, indem wir uns mit Dingen  und Personen umgeben, die uns ein gutes Gefühl geben.

Kein Denken. Keine Vernunft.

Nur fühlen, was wichtig und wertvoll für uns ist.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s